Geschichten, die die Autobahn schrieb...
Geschrieben von Mareike
am Samstag, 26. Februar 2011
um 21:38
in On the road
Die Deutschen und das Reißverschluß-Verfahren... eine unendliche Geschichte! Meistens erschließt sich vielen Autofahrern das simple Prinzip des Reißverschluß-Verfahrens leider nicht. Gerade wenn es von 3 Spuren auf 2 runter geht, sieht man die wildestens Aktionen und Manöver. 1 Auto von links, dann 1 Auto von rechts usw. klappt eigentlich nie!
An anderen Stellen wird dann aber haarklein auf dieses Verfahren gepocht, ob es Sinn macht oder nicht! Ein gutes Beispiel dafür ist zB das Autobahnkreuz Leverkusen. Dort prallen jeden Morgen im Berufsverkehr Autofahrer, die von der A 3 kommen und auf die A1 wollen, und Autofahrer, die von der A 1 kommen und auf die verstopfte A 3 wollen, aufeinander. Wie oft wurde ich schon wild angehupt, weil ich mich dazu entschied das Reißverschluß-Verfahren kurzzeitig auszusetzen, da vor mir die Spur zur A 3 komplett voll war und ich nur die kurze Stelle, an der die Autos von der A3 kommend noch vorbeifahren konnten, blockiert hätte.

Diese Woche war es wieder so weit und als die Schlange vor mir kurz genug war und ich mich einreihte, konnte ich hinter mir wieder einen Primaten von einem Autofahrer beobachten, der mit seinem Laster mit Anhänger auf das Recht des Reißverschluß-Verfahrens pochte und somit das ganze Kreuz für mindestens 3 Minuten komplett blockierte...

Im späteren Stau auf der A3 konnte ich noch einmal einen besseren Blick auf den Laster einer Spedition werfen... Eigentlich sollte man ja denken, dass man, wenn Mann beruflich auf der Autobahn unterwegs ist, doch ein wenig den Überblick über die Verkehrssituation behalten kann...
Eine andere Geschichte, die die Autobahn schrieb, ist die Geschichte meines Autoradios... Am Montag besiegelte das Radio leider selber sein sich schon etwas länger andeutendes Todesurteil... Anscheinend war hinter dem Power-Knopf irgendwie eine Nase oder so abgebrochen, die den Knopf einrasten ließ. Das Radio blieb also nur noch an, solange man den Knopf gefrückt hielt. Das konnte man zwar auf dem Kölner Ring im Feierabend-Verkehr machen, um zumindest die Stau-Meldungen verfolgen zu können, aber länger natürlich nicht. Vorübergehend bot die Klebemasse Pattafix von UHU eine Lösung. Wenn man die Masse auf den Knopf klebte, blieb das Radio an. Allerdings sah das aus, als hätte ich ein Kaugummi dahin geklemmt, und nach 80km on the road bot sich dann das Problem, dass das Radio auch ohne den Druck des Pattafixes an blieb, obwohl es eigentlich ausgehen sollte... Nach ein bißchen Geruckel, ging es dann zwar aus, aber das war ein unhaltbarer Zustand.

Also konnten wir nur ein neues Radio kaufen... Ein ähnliches Modell mit USB und SD-Anschlüssen fanden wir dann in der Metro. Im Gegensatz zum alten Prunckstück hat das neue Radio sogar Senderspeicher und Mittelwellen-Empfang, stellte uns aber beim Einbau vor erhebliche Probleme, da das Radio zwar einen ISO-genormten Stecker hat, aber der beim Polo leider nicht genormt ist, wie wir dank Google herausfanden... Es mussten Kabel vom alten Stecker mit Kabeln am neuen Stecker verbunden werden. Beim alten waren es allerdings 5 Kabel, ISO-genormt aber nur noch 3... Leider stimmten auch die Farben nicht überein! (Das fanden wir aber erst nach langem Probieren heraus...) Insgesamt saßen wir für den Einbau an einem kalten Winterabend mindestens 2 Stunden im ungeheizten Auto und versuchten die richtigen Kabel miteinander zu verbinden. Am Ende gehörte Rot zu Gelb, Braun zu Rot und Schwarz war sowohl bei VW als auch nach der ISO-Norm schwarz....

Die Mühen haben sich auf jeden Fall gelohnt... jetzt kann ich von Bochum bis nach Köln durchgängig WDR2 hören....
