Neimoidian Warrior

Anläßlich der Celebration Europe 2007 beschloß ich 4 Wochen vorher mich auf den letzten Drücker noch an einem etwas ausgefallenerem Kostüm zu versuchen, dass mir seit
ich eines Abends ganz gemütlich durch das Buch “Dressing a Galaxy” von Trisha Biggar blätterte nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Ein Neimoidianischer Krieger, Infanterist
oder wie auch immer nun die wirklich korrekte Bezeichnung für die Wachen von Vizekönig Nute Gunray in Episode 3 auf Mustafar auch sein mag.

Wie es sich für ein richtiges Last-Minute-Kostüm gehört, wurden die letzten Teile erst 1 Stunde bevor wir zu unserem Bus nach London aufbrachen fertig und das komplette Kostüm
hatte ich auch in London das erste Mal vollständig an. Mein großes Ziel war es, mit diesem Kostüm am Kostümwettbewerb auf der CE teilzunehmen, aber da die Teilnahme an dem Wettbewerb
ausgelost wurde, ohne auch nur die Kostüme einmal in Augenschein zu nehmen, kam es leider nicht dazu. Um das Kostüm nicht umsonst mitgeschleppt zu haben, zog ich es am Sonntag dann
doch noch an und verbrachte einige Zeit am 501st-Stand als Foto-Attraktion.

Hier ein paar Eindrücke vom Entstehungsprozess des Kostüms, das wieder mit simplesten Mitteln in Küche und Wohnzimmer entstand…

Helm und Maske

Fangen wir einfach mal oben an. Die Latex-Maske war ursprünglich mal ein Nute Gunray und wurde nur von der “Stoff-Krone” befreit. Leider ist die Maske bis jetzt immer noch der größte
Schwachpunkt des Kostüms, da sie a) zu groß ist und b) das Sichtfeld mehr als einschränkt, da man nicht durch die Augen sieht, sondern durch die beiden kleinen Schlitze neben der Nase.
Also eigentlich sieht man gar nichts, höchsten mal die eigenen Füße, oder die von Personen, die direkt vor einem stehen. Juhu! Also ein Teil des Kostüms, das ganz ganz laut nach einem
Update schreit!

Der Helm war ursprünglich ein ganz normaler Bauhelm, der dem Neimoidianer zwar auch so stand, aber um annähernd an die Größe der Vorlage im Vergleich zu der Kopfgröße zu kommen, musste
ich den Helm in zwei Hälften sägen und dann “verbreitert” wieder zusammenkleben.
Um die verschiedenen Schichten zu erzeigen, beklebte ich den Helm mit Moosgummi und fügte immer mehr einzelne Stücke hinzu. Mithilfe eines Plastik-Winkels und ein paar Forex-Resten
versuchte ich den Kamm des Helmes nachzuformen und beklebte diesen natürlich auch wieder mit Moosgummi. Da die Rüstungsteile auf den wenigen Referenzbildern aussahen, als besäßen sie
eine feine “geschlagene” Struktur, hatte ich die Idee, diese Struktur mit dem Moosgummi nachzuahmen und überzog daher alle Rüstungsteile mit einer Moosgummi-Schicht, die dann mit einer
Mischung aus kupferner und brauner Acrylfarbe mit einem Pinsel betupft bzw. “geschlagen” wurde.

Der Brustpanzer

Der Brustpanzer besteht aus mehreren überlappenden Teilen, deren Maße ich erst auf Zeitungspapier konzipiert habe und die ich dann aus Forex ausgeschnitten und natürlich auch noch ein
wenig in Form gebogen habe. Nachdem alle Teile ausgeschnitten waren,
habe ich sie durch Nieten auf der Rückseite mit einem Lederband verbunden. So sind ist der Brustpanzer als Ganzes beim Tragen recht flexibel und auch der Transport wird dadurch, dass man
Teile “umklappen” kann wesentlich einfacher. Genau wie beim Helm, folgt auch beim Brustpanzer eine Schicht Moosgummi mit der entsprechenden Lackierung.

Schultern

Die Grundlage für die Schulterglocken bildeten die beiden bei den Galactic Marines ausrangierten “kleinen” Schulterglocken, die ich mit ein paar Forex-Stücken ein wenig erweiterte, damit
sie den Schulterglocken der Action-Figur, die für die Rückseite des Neimoidianers als Referenz diente, halbwegs entsprachen. Außerdem mussten die Schulterglocken noch ein wenig auseinander
gebogen werden, wobei mir jedes Hilfmittel recht war, auch Kleber-Dosen. Natürlich folgte dann, sobald die Form angepasst war, wieder eine Schicht Moosgummi. Bei der runden Form der Schulterglocken
gestaltete sich ein glattes Aufkleben des Moosgummis in einem Stück, um keine Nähte zu haben, äußerst schwierig. Ferner musste ich dabei feststellen, dass man mit einem Heißluftföhn
am besten nicht in die Nähe einer frischen Schicht Loctite-Kleber kommt, wenn man nicht an der frischen Luft ist und keine Atemmaske trägt! Püh!

Leider fand ich nach der Fertigstellung der Schulterglocken noch ein mir bis dato unbekanntes Kostümbild, auf dem man eindeutig sieht, dass die Schulterglocken auf der Rückseite wesentlich
größer waren, als es bei der Action-Figur der Fall ist. Also muss auch hier noch ein Update her!

Beinteile

An den Beinen trägt der Neimoidianische Krieger nur eine Art Schienbeinschöner, die die Wade nicht umschließen. Als Grundstoff musste auch hier wieder Forex herhalten, das, um die recht
kantige Form zu erreichen, auf Stoß verklebt wurde. Es lebe Loctite! Moosgummi diente hierbei nicht nur zur “Vekleidung” der Plastikteile, sondern wurde auch oben und unten an den Seiten
als flexible Rüstungsteile eingesetzt. Eine weitere Besonderheit bei der Befestigung der Beinteile ist, dass das Gummiband, dass die Teile am Bein hält, unter der Hose verläuft und so
von außen quasi unsichtbar ist.

Die restlichen Rüstungsteile

Das Rückenteil, die Unterarmschienen und die Ellbogenteile sind natürlich auch wieder aus Forex gebogen und mit Moosgummi beklebt. Die Armteile werden jeweils mit Druckknöpfen am Anzug
befestigt, da man auch hier sonst keine “Haltemechanismen” erkennen kann.

Die Schuhe

Besonders stolz bin ich auch meine Schuhe, da ich finde, dass sie von allen Einzelteilen am nächsten am Original dran sind. Die Grundlage bildet ein Paar Reitstiefeletten, die wiederum
mit Moosgummi und Forexteilen beklebt wurden und anschließend die passende Lackierung erhielten.

Die Stoff-/Leider-Komponenten

Der Gürtel und die vielen Taschen an diesem, habe ich aus braunem Kunstleder genäht. Auf den zweiten Blick wirkt dieses vielleicht ein wenig billig, mal schauen, was man da noch verbessern
kann. Der “Rock” der Action-Figur besteht nur aus einem Stück und geht fast einmal komplett herum. Da er auf Bildern zudem eine ähnliche Beschaffenheit wie die Rüstungsteile aufweist,
habe ich mich entschlossen ihn ebenfalls aus Moosgummi zu machen, nur halt ohne die Forex-Grundlage. Dem Internet sei Dank, fand ich auch ein großes Stück Moosgummi, so dass ich die Teile
für den Rock ohne Stückeln zu müssen hätte schneiden können. Doch da der Rock als letztes Detail auf meiner Liste stand, hatte ich ihn noch nicht angefangen, als ich das oben schon erwähnte
Referenzfoto mit der Rückenansicht fand. Auch hier stellte sich heraus, dass die Action-Figur von der Film-Vorlage abwich, da die Film-Neimoidianer einen Rock hatten, der aus drei einzelnen
Teilen bestand. Also brauchte ich mein großes Stück Moosgummi nicht und konnte drei kleinere Teile für den Gürtel basteln.

Der Unteranzug erinnert mit den breiten “Rippen” ein wenig an den Unteranzug von Darth Vader, so war es hier nötig diese Struktur durch Vlies, das zwischen zwei Lagen Stoff genäht wird zu
verstärken. Für die obere Lage Stoff kaufte ich braunen Synthetik-Stoff und entschied mich, ein altes Langarm-Shirt und das “Futter” einer alten Jogginghose für die innere Lage zu verwenden.
So hatte ich auch gleich die Maße für die Hose und das Oberteil. Ich hatte mich dazu entschlossen, den Anzug nicht wie einen Overall zu nähen, also mit einem Reißverschluss vorne, sondern
ein Ober- und ein Unterteil zu haben, die in der Taille mit einem Reißverschluss rund um den Körper verbunden werden. In der Praxis hat sich der Anzug allerdings vor allem beim Ausziehen
als ziemlich unpraktisch herausgestellt, da ich auch nicht darauf geachtet hatte für den braunen Oberstoff ein elastisches Gewebe auszusuchen.

Das vorerst fertige Ergebnis

Hier dann mal ein paar Eindrücke vom Einsatz auf der Celebration Europe und von einem Fotoshooting der Western Squad. Leider waren dies beides die einzigen Events, bei denen der Neimoidianer
aus der Kiste durfte, da der Mißerfolg in London und die danach dann auch noch folgende Ablehnung durch die 501st meinen Enthusiasmus vorerst ein wenig gebremst hatten. Jetzt weiß ich, dass
einige Modifikationen unerlässlich sind, damit man ein bisschen mehr Tragekomfort hat, keine Kinder, die sich von der Seite angeschlichen haben, umrennt und das Kostüm in der 501st aufgenommen
werden kann.

Update 2010

Anläßlich der “Star Wars in Concert”-Tour habe ich mich noch an ein kleines Update gewagt, da ich den Neimoidianer anziehen wollte, da ein Original-Kostüm dort ausgestellt war.

Der größte Schwachpunkt war die eingeschränkte Sicht unter der Maske. Daher entschloss ich mich zu einer Modifikation der Maske in der Hoffnung dann besser sehen zu können.
Also schnitt ich dem guten ehemaligen Nute Gunray die Augen aus….

… und malte mir ein paar neue… Um die Wirkung der Farben vorher zu testen, nahm ich eine leere Putenbrust-Aufschnitt-Packung zur Hilfe…. ;-)

 

Die Augen wurden dann in den Neimo-Kopf geklebt und nach ein wenig Herumexperimentieren mit Schaumstoff wurde der Kopf auch ausgepolstert, so dass er besser im Helm sitzt und auch nicht so leicht die Form verlieren kann.

Außerdem gab es schon das angesprochene Update der Schulterglocken:

Und prompt wurde ich dann auch bei “Star Wars in Concert” interviewt…

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