Japan

2003/2004 weilte Mareike im Rahmen eines Ausstauschprogramms für ein Semester in Japan, genauer gesagt in Tokyo, dem riesigen Moloch mit
20 Millionen Menschen im Einzugsgebiet, die jeden Morgen in die Stadt hineindrängen.

Hier mal ein paar Impressionen von Land und Leute ein wenig thematisch sortiert…


Tokyo – 東京

 
Zunächst ein paar Bilder vom Tocho, dem 48 Stock hohen Tokyoter Rathaus, in dessen beiden Türmen es jeweils eine kostenlose Aussichts-Etage
gibt, von der man das riesige Stadtgebiet überblicken kann. Als grüner Fleck im Häusermeer fällt der Yoyogi-Park, der einer der größten Parks
Tokyos ist und den berühmten Meiji-Schrein beherbergt, sofort ins Auge. Aber natürlich ist dieses Gebäude nur ein kleiner Teil der imposanten
Wolkenkratzer-Ansammlung im Stadtteil Shinjuku.

Normalerweise sieht man den berühmtesten Berg Japans, den Fuji-san, von Tokyo aus nicht, aber an klaren Tagen kann der Smog-verhüllte Horizont
im Westen schon mal aufreißen und man hat das Gefühl, als wäre eine neue Kulisse auf die Bühne gerollt worden, da dort, wo sonst eigentlich nie
etwas war, plötzlich ein riesiger Berg aufgetaucht ist. Hat man dann sogar noch einen Sonnenuntergang auf seiner Seite, wird die Silhouette umso
imposanter deutlich.

http://japan.imperial-armory.com/#40

Natürlich wird das Stadtbild auch von traditionellen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel typischen Steingärten, Teichen,
die vor lauter Kois fast überquellen und den zahlreichen buddhistischen und shintoistischen Tempel und Schreine geprägt, die teilweise nur durch
sehr steile Treppen zu erreichen sind.

Aber natürlich gibt es auch großzügigere Tempel, wie den Senso-ji in Asakusa, den man durch das große Kaminari-Mon
(Donnertor) betritt, oder den Yasukuni-Schrein, in dem die Gefallenen der japanischen Armee als Götter/Kami verehrt werden und an den daher auch ein
Museum mit u.a. einem Zero-Jäger, angeschlossen ist. Aber auch moderne schillernd bunte Leuchtreklame gehört zum Stadtbild, genauso wie der Tokyo Tower, dessen
Vorbild in Europa zu finden ist, oder wie eine “Little Miss Liberty” auf der künstlichen Insel Odaiba, die über die monumentale Rainbow-Bridge mit
dem Festland verbunden ist. Ende Dezember gab es eine Straße aus Leucht-Toren als saisonale Attraktion, die genauso fleißig photographiert
wurde wie die Panda-Bären im Zoo im Ueno-Park.


Hakone – 箱根

 

http://japan.imperial-armory.com/#36

Die Nihon Daigaku (Universität) organisierte für die ausländischen Austausch-Studenten einen Wochenendausflug nach Hakone in den “japanischen Alpen” 100km von Tokyo entfernt.
Natürlich wurden alle Sehenswürdigkeiten der Region besichtigt und neben einer Fahrt mit einer kabelgezogenen Bergbahn, und einer Seilbahn stand auch eine Tour
in einem Piratenschiff auf dem Ashi-See auf dem Programm. Wir konnten die Nähe des Fuji-san bewundern und Kurotamago/Schwarze Eier genießen. Die Übernachtung in
einem traditionellen Ryokan der Nihon Daigaku war natürlich genau wie der Besuch in einem Onsen ein Highlight des Kurztrips.


Kyoto, Nara, Himeji, Kobe, Miyajima, Hiroshima –

京都, 奈良, 姫路, 神戸, 宮島, 広島

 

Kurz vor Weihnachten 2003 machten wir uns auf eigene Faust zu einer kleinen Rundreise in den Süd/Süd-Westen der Hauptinsel Honshu auf. Nach einer abenteuerlichen
Zugbuchung (der von drei Gaijin sichtlich genervte Bahnangestellte musste alle Verbindungen in dicken Bücher nachschlagen, nix Computer!), reisten wird zunächst
nach Kyoto, ehemalige Hauptstadt und kulturelles Zentrum Japans für Jahrhunderte. Zwei Tage lang machten wir alle möglichen Tempel und Schreine der Stadt unsicher
und wurde an dritten Tag der Reise von nächtlichem Schneefall überrascht.

An dem Tag führte uns unsere Reise ins nicht ganz so weit entfernte Nara, das vor Kyoto die
erste Hauptstadt Yamatos gewesen war. Eine besondere Attraktion, die aber auch leicht anstrengend werden konnte, waren die im Touristenviertel frei herumlaufenden Rehe.
Am folgenden Tag ging es weiter Richtung Westen nach Himeji und der dort angesiedelten Burg, die auch von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Man kann die Burg bis
oben hin erklimmen, muss dies allerdings über nicht sehr vertrauenserweckende Holztreppen und Stiegen tun…

http://japan.imperial-armory.com/#38

Von Himeji machten wir noch einen kurzen Abstecher in die Hafenstadt Kobe, die im Januar 1995 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, bei dem die bisher größten
Schäden durch ein Erdbeben entstanden waren. Die modern anmutende Hafen-Skyline lässt heute nicht mehr vermuten, welche Zerstörung die Stadt befallen hatte. Auch in Kobe gab
eine Straße aus “Leucht-Toren”, die wir uns ansahen, um noch ein wenig Zeit zu überbrücken, da wir diese Nacht auf eine Jugendherbergs-Übernachtung verzichten wollten und ein
wenig Schlaf im Zug auf dem Weg nach Hiroshima sammeln wollten. (Wer die ganze Story zu diesem Thema hören will, sollte mich einfach mal drauf ansprechen…)

Bevor wir uns den traurigen Sehenswürdigkeiten in Hiroshima widmeten, machten wir einen Abstecher zur Insel Miyajima vor der Küste Hiroshimas, die zu den drei schönsten Orten
in Japan gehören soll. Sehr beeindruckend ist das große Tori, das vor der Insel im Wasser steht und durch das die ankommenden Schiffe fahren. Wenn man ein paar Stunden später
dorthin zurückkehrt, wird auch schnell klar, wie dieses Tori dort ohne großen Aufwand errichtet werden konnte. Ähnlich wie in Nara, liefen auf der gesamten Insel wieder Rehe
frei herum, die sich natürlich über die Touristen, die sie doch recht häufig fütterten, freuten.

Den letzten Tag unseres Trips verbrachten wir dann in Hiroshima und die meiste Zeit davon in der Gedenkstätte und dem dazugehörigen Museum. Mit ein wenig gedrückter Stimmung traten
wir dann abends unsere lange Rückreise zur östlichen Hauptstadt an.


Kimono – 着物

 

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Obwohl man im normalen Tokyoter Stadtleben nur noch wenige Kimonos sieht, sind diese traditionellen Gewänder noch fest in der japanischen Kultur verankert und hochwertige
Kimonos, die etwa den Wert eines guten Kleinwagens haben werden immer noch von Generation an Generation weitergegeben. Da der eigentliche Kimono, unter dem man noch mehrere
Schichten von Untergewändern trägt, dem Prinzip One-Size-fits-all folgt und die Länge am Bauch durch Umschlagen reguliert wird, ist das natürlich auch kein Problem.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der kunstvolle Gürtel/Obi, der auf dem Rücken so lange mit Finesse gebunden wird, bis man wie ein großes Geschenk aussieht. Stillecht gehören
natürlich auch noch die passenden Socken/Tabi für die Geta-Sandalen dazu. Nach circa einer halben Stunde Anzieh-Prozedur wirkt man auch als Europäer ein wenig japanisch.


Momentaufnahmen von meinem Leben in Tokyo

 

Ohne viele Worte hier ein paar Schnappschüsse von meiner Zeit in Japan, von Mitstudenten, Lehrern, Freunden, der Freizeitgestaltung und meinen Treffen mit der Japanese Garrison…

http://japan.imperial-armory.com/#39


Die kleinen Besonderheiten Japans

 

Hier noch ein kleines Potpourri an japanischen Besonderheiten, die ich bildlich festhalten konnte. Zuerst zwei Herren, die eine Baustelle bewachen – bei einer kleinen Baustelle haben
maximal 2 der anwesenden 6 Personen, die alle zu jeder Zeit durch einen Schutzhelm geschützt waren, gearbeitet, die anderen haben “nur” aufgepasst, dass die Passanten die zur Genüge
aufgestellten Hinweisschilder und Absperrungen nicht übersehen oder ignorieren und in die Baustelle laufen.

Die Badezimmer-Kultur der Japaner unterscheidet sich doch auch sehr im Vergleich zum Westen. Die großen “Badewannen”, auch Ofuro genannt, sind nur zum Aufwärmen so im Stile einer Sauna,
nicht zum Baden, da man sich vorher schon gründlichst (im Sitzen) abgeduscht hat und das warme Wasser im Ofuro nicht selten für eine Familie eine ganze Woche “halten” muss. Bei den Toiletten
hat sich mir bis heute nicht wirklich erschlossen in welche Richtung man sich da am besten hockt, dafür gab es in einer Jugendherberge in Nara leider keine “englischsprachige” Anleitung,
wie für manch andere Sachen.

http://japan.imperial-armory.com/#37

Beim Thema Essen, hat sich Okonomiyaki, obwohl es fast wie Erbrochenes aussieht, zu meinem Lieblingsgericht entwickelt und auch traditioneller grüner Tee/Ocha ist genauso schmackhaft
wie Mochi, kleine klebrige Reiskuchen. Bei der in Japan üblichen Zubereitung wird der verwendete Klebreis zunächst gedämpft. Traditionell wird er dann in Holzbottichen mit großen
Holzhämmern geschlagen, wobei ein Helfer nach jedem Schlag den Reisklumpen wendet. (Zu Neujahr häufen sich die Todesfälle durch Ersticken an Mochi dramatisch.)

Speisekarten werden, wie z.B. bei einem Crêpes-Laden in Harajuku oftmals durch Auslagen aus “Plastik-Gerichten” ersetzt, was einem Ausländer sehr zu Gute kommt! Nicht nur auf Treppen
in 100-Yen-Shops, sondern auf allen “öffentlichen” Treppen wird der Verkehr in Japan auf Treppen durch strikte Unterteilung der “Laufbahnen” geregelt, oder so ist es zumindest gedacht.
In der Praxis halten sich eigentlich nur Touristen am ersten Tag daran, da eigentlich grundsätzlich das Gesetzt der stärkeren Ellbogen herrscht…

Als Ausländer/Gaijin muss man immer seine Alien Identification Card mit sich herumtragen und nach einem 16 Stunden Flug nach Japan, sieht man auf den “frisch” gemachten Fotos auch nicht
besonders gut aus. Kleidung für Hunde ist in Japan ganz besonders in und da darf natürlich auch ein Kimono nicht fehlen, den man genau wie eine “Prophezeiung” der Götter gegen Cash im
Tempelbezirk kaufen kann. Tja und zu guter Letzt das Maskottchen einer Kaufhaus-Kette, das alle zwei Wochen auf Werbeplakaten in einer anderen “Form” erschien…

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